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Erdkröte - Bufo bufo

Allerweltstier in Not

Die Erdkröte ist ein häufiger und weit verbreiteter Froschlurch aus der Gattung der Echten Kröten. Die Männchen werden bis zu neun cm, die Weibchen bis zu zwölf cm lang. Die relativ plumpen Tiere besitzen einen gedrungenen, oberseits von warzigen Hautdrüsen übersäten Körper mit einem breiten, kurzschnauzig gerundeten Kopf. An dessen Hinterseite fallen stark hervortretende, paarige Drüsen auf, die Hautgifte zur Abwehr von Fressfeinden enthalten. Farblich variieren die Erdkröten stark.

 

Kupferaugen blicken Dich an - Klaus Loose

Kupferaugen blicken Dich an

Foto: Klaus Loose

 

Erdkröten haben kurze Hinterbeine und bewegen sich auf allen Vieren schreitend, gelegentlich auch hüpfend vorwärts. Die Männchen haben kräftigere Vorderbeine; dies deshalb, weil sie sich bei der Laichwanderung von Weibchen tragen lassen und dabei festhalten müssen. Dazu entwickeln sie an den inneren Zehen auch sog. Brunstschwielen. Sie sind im Schnitt kleiner als die Weibchen und können im Gegensatz zu diesen auch quaken.

 

Verbreitung und Lebensraum

In Deutschland kommt die Erdkröte nahezu flächendeckend von den Küsten bis in die Almregion der Alpen vor.

Die Erdkröte ist in der Regel dämmerungsaktiv. Tagsüber verstecken sich die Tiere. Als Landlebensräume besiedeln sie Biotope von Wäldern über halboffene Landschaften aus Wiesen, Weiden und Hecken bis zu naturnahen Gärten. Sie gelten als „Kulturfolger“.

Als Fortpflanzungsgewässer nutzen sie vor allem mittelgroße bis größere Weiher, Teiche und Seen.

 

Fortpfanzung und Entwicklung

Erdkröten führen im Frühjahr ihre Wanderung vom Winterquartier zum Laichgewässer durch. Wegen ihrer langsamen Fortbewegung und ihres großen Aktionsradius sind Erdkröten in hohem Maße durch den Straßentod gefährdet.

 

Sobald ein paarungsbereites Männchen ein (vermeintliches) Weibchen erspäht, versucht es, auf dessen Rücken zu klettern und klammert sich am Weibchen fest. Dies geschieht häufig schon während der Wanderung – dann lässt sich das Männchen huckepack zum Gewässer tragen. Kurzes Quaken sind „Befreiungsrufe“ von Männchen, die von anderen Männchen irrtümlich geklammert werden.

 

Die Kröte ruft - Klaus Loose

Die Kröte ruft

Foto: Klaus Loose

 

Der Laich wird als Schnüre in zweireihigen Ketten abgelegt und unter Wasser um Äste oder Wasserpflanzen gewickelt.

Aus dem Laich entwickeln sich die Kaulquappen. Die Larven schwimmen oft in Schwärmen und weiden Algen von Oberflächen ab. Nach etwa zweieinhalb bis drei M onaten erreichen die Kaulquappen die Metamorphose zum Landtier und gehen oft in großen Mengen gleichzeitig ans Ufer. Der Volksmund spricht wegen der plötzlich überall herumwimmelnden Jungkröten von „Froschregen“. Die kleinen Landgänger sind nur 7 bis 12 mm groß.

 

Jungkröte und Centstück - Uwe Heinrich

Jungkröte und 1Cent-Stück

Foto: Uwe Heinrich

Nach drei bis fünf Jahren werden die Tiere geschlechtsreif. Sie werden etwa zehn bis zwölf Jahre alt.

 

Nahrung

Erdkröten ernähren sich von Würmern, Schnecken, Asseln, Spinnen und Insekten, die sie auf ihren nächtlichen Streifzügen erbeuten. 

 

Gefährdung

Zu den Fressfeinden der Erdkröte gehören unter anderem Marder, Katzen, Waschbären, Schlangen sowie einige Greif- und Rabenvögel und Graureiher. Jungkröten werden auch von Singvögeln und großen Laufkäfern erbeutet. Den Kaulquappen stellen vor allem Raubfische sowie Larven von Wasserinsekten nach. Zu den natürlichen Feinden zählt aber auch die Krötengoldfliege. Neuerdings sind Erdkröten auch stark durch Hautpilze gefährdet.

Die größte Gefährdung geht jedoch von der Zersiedelung der Landschaft aus. Da Erdkröten in einem großen Revier mit jahreszeitlich unterschiedlichen Quartieren leben, legen sie oft lange Wege zurück, die zwangsäufig auch befahrene Straßen queren. Da die Männchen auch noch an übersichtlichen Stellen auf Weibchen warten - und was gibt es für eine kleine Erdkröte übersichtlicheres als eine Fahrbahn? - werden sie häufig Opfer des Straßenverkehrs. Außerdem fallen Kröten auf ihren Streifzügen in Gullis oder Kellerlichtschächte, aus denen sie sich nicht selbständig befreien können.

 

Text: Uwe Heinrich

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