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Igel in Not - NABU Wesel gibt Tipps

Täglich rufen besorgte Naturfreunde in der NABU Geschäftsstelle Wesel an. Überall im großen Kreisgebiet werden Igel aufgefunden, die hilfsbedürftig erscheinen. Was ist zu tun? Norma Heldens, NABU-Vorstandsassistentin in Wesel, ist da genau die Fachfrau, die detaillierte Auskünfte und praktische Hilfe geben kann. Heldens weiß genau, dass die kleinen Stacheltiere jetzt Mitte Oktober wenigstens 300 Gramm Gewicht haben sollten. Die Tiere können zwar draußen in der Natur bleiben, sollten aber regelmäßig zugefüttert werden: gebratenes Rindergehacktes (ohne Gewürze), gebratenes Rührei (ohne Gewürze), Katzennassfutter (Fleischanteil mind. 80%), Igeltrockenfutter, Hähnchenflügel (gekocht und ohne Gewürze) und zarte Haferflocken haben die putzigen Gartenbewohner zum Fressen gern. Zum Trinken bitte nur Wasser, niemals Milch.

 
Falls ein Igel gefunden wird der verletzt oder krank ist, muss dieser so schnell wie möglich zum Tierarzt.
 
 

Igel im Laub.

Foto: NABU/Bernd Kunze

  

Ein weiterer wichtiger Ratschlag ist, dass man Laub im eigenen Garten unbedingt liegen lassen sollte, weil sich darunter Würmer, Schnecken, Insekten und Co. gerne aufhalten, die die Meckis insbesondere in der Nacht verkosten. Eine Faustregel ist „unaufgeräumte Ecken im Garten“ sind meist ein kleines Igelparadies. Norma Heldens rät, bevor wieder die herbstlichen Gartenarbeiten anfallen und dabei auch die messerscharfen Freischneider zum Einsatz kommen, unbedingt vorher die zu pflegenden Flächen genaustens zu untersuchen, weil viele dieser kleinen Säugetiere gerade zu dieser Jahreszeit durch Gartengeräte schwerste Verletzungen erleiden. Verletzte oder kranke Tiere sollten auf jeden Fall eine Erstbehandlung beim Tierarzt bekommen. Auch dazu hält der NABU die entsprechende Expertenliste parat.
 
Gute Vorsorge für Igel im eigenen Garten kann jeder Bürger selber treffen, wenn er z.B. auf seinem Areal niemals Schneckenkorn (auch nicht das sog. igelfreundliche Schneckenkorn) oder chemische Keulen zum Düngen einsetzt.
 
„Ich wundere mich überhaupt, dass wir erfreulicherweise noch so viele Igel haben, obwohl ich leider auch in den letzten Tagen wieder knapp ein Dutzend dieser nützlichen Tiere gesehen habe, die überfahren worden sind“ sagt der NABU-Kreisvorsitzende Peter Malzbender.
 
Außerdem rät der NABU, auch in Stadtgebieten in der Dunkelheit wirklich umsichtig zu fahren, denn dann sind ja bekanntermaßen die meisten Igel unterwegs.
 
Ganz besondere Pflegefälle sind Igel, die jetzt unter 300 Gramm wiegen oder einen geschwächten Eindruck machen bzw. verletzt sind. Diese sollten in menschliche Obhut genommen werden. Norma Heldens rät: Unterkühlte Igel auf einer handtuchummantelten Wärmeflasche; kein kochendes Wasser einfüllen, wieder auf Temperatur bringen. Dann Futter wie oben angegeben anbieten. Die „Pflegekinder“ in großen Kartons oder große Nagerkäfige unterbringen. Reichlich mit Zeitungspapier auslegen und einen kleinen Schlafkarton anbieten. Das Quartier dann in einen Raum mit einer Temperatur von 18 – 20 Grad stellen. Dieses täglich säubern und mit neuem Zeitungspapier auslegen, regelmäßig wiegen und die Gewichtszunahme protokollieren ist ebenfalls wichtig.
Erst wenn sich die Tiere erholt haben und um gute 500-600 Gramm wiegen, können die Tiere in den Winterschlaf. Dazu den Karton oder Käfig in eine Garage oder Blockhütte unterbringen. Auch in der Winterschlafphase bitte täglich kontrollieren und Futter reduziert und Wasser anbieten.
 
Alle weiteren Fragen beantwortet der NABU unter 0281/164 77 87 wochentags zwischen 9:00 bis 13:00 Uhr.
 
Wer igelerfahren ist und Igel in Pflege nehmen möchte, der möge sich bitte beim NABU unter o.g. Telefonnummer melden.

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