NABU-Kreisverband Wesel
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Finger weg von Junghasen!
Feldhasen bekommen bis zu viermal im Jahr Junge. Zwischen Januar und Oktober. In unserer Region umfassen die Würfe durchaus bis zu vier Kleinhasen. Die frisch geborenen Junghasen kommen schon sehend und mit Fell zur Welt, mit gerade einmal knapp 150g. Wenn Menschen zufällig auf so putzige Tierchen treffen, nehmen sie häufig das augenscheinlich verwaiste niedliche Jungtier mit, um es zu retten. Gut gemeint, aber meistens leider falsch.
Die Häsin weiß über hunderte Meter genau, wo auf großen Flächen verteilt ihre Kleinen versteckt liegen. Foto: Peter Malzbender
Der NABU Kreisverband Wesel rät: „Bitte Junghasen unbedingt liegenlassen“. Denn: In der Regel werden die Junghasen von der Häsin bestens versorgt. Hundebesitzer sollten unbedingt in der Feldflur ihre Vierbeiner anleinen. Viel zu oft stolpern die Spürnasen zufällig über den Hasennachwuchs. Was für die Wildtiere meist tödlich endet.
Die kleinen Hasen werden von der Häsin in der Regel zweimal am Tag gesäugt. Dazu sucht sie heimlich die verstreut auf Feldern und Brachflächen gesetzten kleinen Racker in ihren Verstecken nur für das Säugen auf. Die meiste Zeit des Tages sind die Kleinen alleine. Sie bleiben regungslos geduckt im Tarnmodus. Natürliche Fressfeinde haben so schlechtere Karten. Schließlich sind Fuchs, Marder, einige Greifvögel, aber auch Storch, Reiher und Rabenvögel insbesondere für die nur wenige Tage alten Fellnasen eine Gefahr. Allesamt haben sie die Häschen zum Fressen gern. Glücklicherweise strömen die Junghasen in den ersten Wochen noch so gut wie keinen Eigengeruch aus. Da ist auf Mutter Natur mal wieder Verlass.
Der Feldhasenbestand hatte im vergangenen Jahr auch am Niederrhein durch die Myxomatose, eine hochgradig tödliche Viruserkrankung für Kaninchen und Hasen, signifikante Einbußen. Überhaupt haben es Feldhasen in unserer Kulturlandschaft nicht einfach. Der Einsatz von Pestiziden und die mit schwerem landwirtschaftlichem Gerät durchgeführte Feldbearbeitung, manchmal selbst noch in der Dunkelheit, machen gerade Junghasen den Garaus.
Beim hitzigen Paarungsritual sind die Hasen meistens unvorsichtig. Dabei werden sie manchmal auch zum Verkehrsopfer. Foto: Peter Malzbender
Die kleinen Häschen bleiben oftmals einfach in ihrem vermeintlich sicheren Versteck liegen. Zudem werden bundesweit jährlich etwa 60 000 Hasen durch den Straßenverkehr zum Opfer. Erfreulicherweise schlagen aber in unserer niederrheinischen Feldflur Feldhasen noch ihre Haken. Wenn auch in geringerer Stückzahl. Aber es ist nicht aussichtslos. Wenn die Hasen vorläufig von weiteren gefährlichen Viruserkrankungen verschont bleiben, kann ihr Bestand sich durchaus wieder erholen.
Peter Malzbender
Der Rothirsch - Tier des Jahres 2026
Der Rothirsch ist von der Deutschen Wildtierstiftung zum Tier des Jahres 2026 gewählt worden. Der größte wildlebende Paarhufer in unserer Region ist durch den Straßenverkehr, Lebensraumverlust und zunehmend-unzulässigen Störungen in den Wäldern bedroht. Am meisten seien die imposanten Tiere allerdings durch genetische Verarmung gefährdet, so Wildbiologen und Forstwissenschaftler.
Rebhuhn auf verlorenem Posten?
-Das Rebhuhn ist Vogel des Jahres 2026. Sein Bestand ist am Boden!
Eine Kette Rebhühner, war früher überall auf niederrheinischen Feldern zu sehen. Foto Christoph Moning
Das Leben der Wölfin Gloria -
Dokumentation aus Sicht des regionalen Naturschutzes
Vor rund einem Jahr wurde die Wölfin Gloria das letzte Mal nachgewiesen. mehr lesen...
Der NABU-Kreisverband Wesel ist mit rund 9.000 Mitgliedern (Stand April 2025) eine der größten und ältesten NABU-Kreisverbände in der Bundesrepublik. Er wurde 1977 von einigen Vogelfreunden in Moers gegründet. Da jedoch Vogel- und Naturschutz nicht voneinander zu trennen sind, bekam die kleine, engagierte Gruppe auch sehr schnell von anderen Naturschützern regen Zulauf.
Dies zeugt von einem kontinuierlichen Interesse am Naturschutz sowie am Erhalt der niederrheinischen Kulturlandschaft bei der Bevölkerung. Inzwischen gibt es in unserem Kreisverband viele Menschen, die sich ehrenamtlich und auch hauptamtlich in den unterschiedlichsten Bereichen rund um den Arten- und Biotopschutz engagieren. Sie sind in einer der vielen aktiven Gruppen vor Ort organisiert, die eine Fülle von Aufgaben wahrnehmen. Der NABU setzt sich bereits seit 1899, damals noch als der Deutsche Bund für Vogelschutz, zum Ziel, den Arten- und Naturschutz sowie die Landschaftspflege zu fördern und für die Belange des Umweltschutzes einschließlich der Bildungs- und Forschungsarbeit einzutreten. Der NABU wirkt den vielfältigen Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft entgegen und verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke.
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