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Der Weseler Bagel-Wald

Am Stadtrand von Wesel liegt ein ca. 11 ha großer Wald, der 40 Jahre lang für Besucher gesperrt war und in dieser Zeit die Chance hatte, sich zu einem kleinen, einmaligen Naturjuwel zu entwickeln.

Gemeint ist der Bagel-Wald im Weseler Ortsteil Wackenbruch. Das hauptsächlich mit alten Eichen, Buchen und Robinien bestandene Gelände diente bis vor gut fünf Jahren noch als Wasserschutzgebiet und war deswegen mit einem Zaun geschützt.

 

Die vierzigjährige Ruhe hat in dem ehemaligen Wasserschutzgebiet vor den Toren Wesels einer einzigartigen Tierwelt ein bisher sicheres Zuhause geboten. So leben im Bagel-Wald neben unzähligen seltenen Vögeln außerdem auch eine Reihe stark bedrohter Fledermaus-Arten, die auf Nisthöhlen in Alt- und Tothölzern angewiesen sind, unter anderem die äußerst seltene Bechstein-Fledermaus, die bisher bundesweit nur hier eindeutig nachgewiesen werden konnte. Diese Alt- und Tothölzer müssten aus Sicherheitsgründen in einer Schneise von 30 Metern rechts und links der Spaziergängerwege entfernt werden. Hinzu kommt, dass die von der Biologischen Station Wesel in 1,50 m Höhe aufgehängten zusätzlichen Fledermaus-Kästen ungeschützt dem Vandalismus ausgesetzt wären.

 

Der Biologe Paul Schnitzler von der Biologischen Station in Wesel führt seit vielen Jahren interessierte Gruppen und Schulklassen durch den Bagel-Wald. Bei seinen sachkundigen Führungen bekommen die Besucher sehr viel von der einmaligen Natur des Bagel-Waldes zu sehen. "Dieser Wald ist kein Tierpark oder eine Vogel-Voliere, in dem sich alle Kreaturen unmittelbar am Weg anschauen lassen", argumentiert der gleichermaßen engagierte und sachkundige Naturschützer, "aber wenn es überhaupt eine Chance gibt, unseren Kindern hier irgendwelche inzwischen ganz selten gewordenen Tier- und Pflanzenarten direkt vor den Toren der Stadt zu zeigen, dann ist das nur noch in diesem bisher unberührten Stück Wald möglich."

 

Dieser Beitrag basiert auf einem Bericht von Frau Langhoff im Naturspiegel, Heft 52

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