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Kühe müssen auf die Weide

 

Es wird höchste Zeit. Der Klimawandel zeigt am Niederrhein Wirkung. Sauberes Trinkwasser ist bedroht. Verbraucher, Industrie und Landwirtschaft müssen sofort umdenken.
Der Klimawandel ist auch am Niederrhein spürbar. Manchmal unerträglich. Mensch, Tier- und Pflanzenwelt haben in den vergangenen Hitzewochen oftmals aus dem letzten Loch gepfiffen.

Ursache allen Übels ist letztlich das grenzenlos unbedachte Konsumverhalten insbesondere der Bürger wohlhabender Länder. Wir werden nicht umhin kommen, uns zukünftig mehr einschränken zu müssen. Das ist nicht der Untergang des Abendlandes; vielmehr ein dringend notwendiger Schritt, um die Existenz auf diesem Planeten für die kommenden Generationen von Lebensgemeinschaften zu ermöglichen. Der blaue Planet Erde ist ein fragiles Naturwunder. Hier wie überall in den unglaublichen Weiten der Galaxien sind Naturgesetze unumstößlich, so die Wissenschaftler.

Diese Gesetze kann man nicht austricksen; sie funktionieren unbeirrt. Wasser, Sonnenlicht – auch hinter dichten Wolken – und Sauerstoff machen unser Leben erst möglich.

Mit diesen von der Natur zur Verfügung gestellten Ressourcen müssen wir viel verantwortungsvoller umgehen. Und zwar sofort, mehr denn je.

 
 

 Ohne Beweidung nimmt auch der Bestand des Steinkauzes bei uns weiter ab.

 Foto: Peter Malzbender

 

Die Massentierhaltung ist beispielweise ein unverantwortlicher Wahnsinn. Die Aufstallungen, die erst im letzten Jahrzehnt überall auch am Niederrhein mit Brüsseler Fördermillionen stattgefunden haben, darf man kritisch hinterfragen. Abertausende Nutztiere fristen darin als anonymes Produktionsgut ein beschränktes Leben. Ohne jemals auf die Weide zu kommen. Die Tiere sollen in Turbozeit Fleischwachstum oder Milchmengen etc. liefern, bevor sie an den letzten Haken ihr Leben aushauchen. Diese Tiere sind als Hochleistungslieferanten gezüchtet.

Wo bleibt die Würde dieser Kreaturen – und wofür das alles?

 

Zudem werden zur Gewinnung von nur einem Kilogramm Fleisch Tausende Liter Wasser verbraucht. Mehr als bei den allermeisten anderen Lebensmitteln. Die Ressource Wasser wird bei uns aber immer knapper. Was tun? Die computergesteuerten „Superställe“ sollten nur noch so viele Tiere aufnehmen dürfen, wie auch eigene Weideflächen zur Verfügung stehen. Die europäische Landwirtschaftspolitik ist umweltfeindlich und nicht nachhaltig. Die jährlich über 40 Milliarden Subventionen für europäische Landwirtschaft, das ist der größte Haushaltsposten im EU-Haushalt, sollten zukünftig nachhaltig wirtschaftenden Landwirten zufließen. Biobauern, Schäfer und Co. müssten in der ersten Reihe stehen. Klasse statt Masse und trotzdem könnten alle Menschen in unserer Republik versorgt werden. Hinzu kommt, dass damit anfallende Gülle wieder auf ein verträgliches Maß reduziert würde.

 

Zu viel Gülle ist ein Riesenproblem. Im Grundwasser und in den Flüssen ist gerade in den Kreisen Kleve und Wesel die dadurch bedingte Nitratbelastung bedenklich hoch. Ganze Ökosysteme sind signifikant in Mitleidenschaft gezogen. Die EU hat bereits die Bundesrepublik Deutschland deswegen ein zweites Mal verklagt und drastische Strafen angedroht. Weit über eine halbe Million Euro sollen dann täglich fällig werden. Die Viecher müssen wieder raus; auch  auf niederrheinische Weiden. Das bekommt nicht nur dem Klima, sondern auch einer wieder erblühenden Artenvielfalt gut.

Letztlich auch sehr zum Wohle des Menschen. Jeder Kuhfladen auf der Wiese fördert Biodiversität. Unsere Gewässer werden geschont. Sauberes Trinkwasser ist jetzt schon das Gold der Zukunft. Weltweit. Es ist eine der dringendsten Aufgaben, auch für uns Menschen von existenzieller Bedeutung, diese Ressourcen nachhaltig zu schonen.

 

 

 Glückliche Kühe Am Schanzenberg in der Mommniederung bei Voerde-Löhnen

 Foto: Peter Malzbender

 

Politik muss wesentlich schneller naturverträgliche Rahmenbestimmungen schaffen, die dann auch im lokalen Bereich konsequent umgesetzt werden. Das gilt natürlich für alle Produktionsbereiche; für all unser Handeln und Tun. Wir Verbraucher müssen aus unseren bequemen Wohlstandssesseln hüpfen und nachhaltig handeln. Zugegeben: Das ist ein anstrengender Lernprozess, bei dem wir immer wieder unsere eigene Trägheit überwinden müssen. Wir haben aber keine andere Wahl mehr. Dem arg ramponierten Patient Erde ist mit symbolischen Heftpflastern, nicht wirklich zu helfen. Gerade jeder einzelne von uns in den Wohlstandsländern ist besonders in der Pflicht. Der grenzenlose Glaube an Wirtschaftswachstum und Finanzen muss auf den Prüfstand.

Die damit verbundenen Machtstrukturen haben nicht unwesentlich mit dem Klimawandel zu tun. Es wird allerhöchste Zeit, dass diese Felder im Bedeutungsranking für die Gemeinschaft der Menschen und aller Kreaturen eine andere Bedeutung erfahren. Geld regiert die Welt. Das muss sich ändern. Die Natur von Mutter Erde schnipst gerade energisch mit den Fingern. Sie kann noch ganz anders. Niemand ist dann aus dem Schneider. Nachhaltigkeit ist das Gebot der Stunde und sollte gerade auch in allen Schulen und anderen Lerninstitutionen, Unternehmen etc. zum Pflichtfach werden.
 

 

 Der Feldhase hat es zunehmend schwer, auf industriell bewirtschafteten

 Landwirtschaftsflächen zu überleben.

 Foto: Peter Malzbender

 

Buch-Tipp: Wenn nicht jetzt – wann dann?
Der Ausbau des Schienennetzes, klimafreundlicher Städtebau, massives Eindämmen von Flächenversiegelungen, naturnahe Forstwirtschaft, Einschränkung von Energienutzung, nachhaltiges Konsumverhalten und und und.. gehören zu den vielen Maßnahmen die den Klimawandel nicht weiter auf die Spitze treiben.
Äußerst empfehlenswert dazu ein topaktuelles Buch, ein Spiegel-Bestseller: „Wenn nicht jetzt, wann dann? – Handeln für eine Welt, in der wir leben wollen“ von Prof. Dr. Harald Lesch und Klaus Kamphausen. Hardcover, 29,90 Euro, 368 Seiten, erschienen im Penguin Verlag.


Artikel von: Peter Malzbender, August 2019

  

  

 


 

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